19.05.2012

Erweiterungsbau ist in Betrieb - Mitglieder des Zweckverbands besichtigen die Baustelle

Die Berufsschule (BS) II an der Weilerstraße wächst: Der Erweiterungsbau ist nun auch offiziell in Betrieb genommen worden. Gestern ließen sich Landrat Josef Eppeneder (CSU) und die Beiräte des Zweckverbands berufliche Schulen von Stefan Feigel vom Architekturbüro Feigel und Huber und Hans Zistl-Schlingmann, Stabstellenleiter für die Baumaßnahmen an den beruflichen Schulen, durch den Neubau führen. Die Arbeiten an der BS II dauern freilich an: Die Generalsanierung des Hauptgebäudes soll bis zum nächsten Herbst abgeschlossen sein, danach folgt bis Herbst 2014 die Instandsetzung des Nebengebäudes samt Turnhalle.

Der Erweiterungsbau umfasst nach Angaben von Zistl-Schlingmann knapp 600 Quadratmeter. Auf dieser Fläche sind laut Schulleiter Johann Cikanek neben drei Klassenzimmern und zwei Gruppenräumen auch das Studienseminar, die Lehrerbibliothek, die Schulleitung und das Sekretariat untergebracht. Bereits seit dem 15. Oktober werden die Räume genutzt, „Wir haben uns inzwischen eingelebt und fühlen uns wohl“, sagte Cikanek. Die Zimmer seien hell und freundlich, die Arbeitsbedingungen gut. „Der Neubau war auch nötig, weil die Schülerzahlen stetig stiegen.“ Derzeit werden rund 2050 Schüler an der BS II unterrichtet.

Bei aller Freude über den Erweiterungsbau gibt es aber auch das ein oder andere Problem. „Um den Baufortschritt im Hauptgebäude nicht zu blockieren, mussten wir in den Neubau ziehen, obwohl noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen und manche Mängel nicht behoben sind“, sagt Cikanek. Insbesondere die ausführende Elektrofirma ist laut Zistl-Schlingmann in Verzug. Deshalb sei des bei der Fertigstellung des Erweiterungsbaus zu einer Verzögerung gekommen. Statt, wie ursprünglich geplant, nach den Sommerferien konnten die neuen Räume erst mit etwa sechswöchiger Verspätung genutzt werden.

21 Klassenzimmer wurden in Container ausgelagert

Mit der Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus tritt die Generalsanierung des Hauptgebäudes in ihre heiße Phase. Dass die Arbeiten bei laufendem Betrieb durchgeführt werden, „macht die Sache natürlich sehr schwierig“, sagte Zistl-Schlingmann. Er sei dankbar, dass die Nutzer - also die Schüler und Lehrer - die mit den Baumaßnahmen verbundenen Beeinträchtigungen so klaglos akzeptieren. In der Tat sehe die Schulfamilie die Bauarbeiten recht gelassen, betonte Cikanek. Und das ungeachtet dessen, dass man momentan mit Provisorien zurechtkommen müsse. So seien momentan 21 Klassenzimmer in eine Containeranlage ausgelagert. „Die Schüler sind mit den Bedingungen dort aber zufrieden.“ Größere Einschränkungen gebe es lediglich beim Sportunterricht. Der Grund: „Unsere Turnhalle dient derzeit als Lehrerzimmer.“ Sport steht deshalb bei den Schülern der BS II bis auf Weiteres nicht auf dem Stundenplan.

Über solche Einschränkungen will Cikanek aber nicht lamentieren. Schließlich sei die Generalsanierung einfach notwendig gewesen. „Das Hauptgebäude wurde bereits 1968 fertiggestellt. Vor allem eine energetische Sanierung war also überfällig“, sagt Cikanek. Das bestätigte auch Zistl-Schingmann: „Der Sanierungsbedarf war sehr hoch.“ Deshalb werde das Gebäude entkernt und praktisch in den Rohbauzustand zurückversetzt. Laut Cikanek werden Türen, Fenster und Böden ebenso erneuert wie die Sanitäranlagen und die Heizung.Auch die Fassade samt Dämmung werde vollständig demontiert. Sein Fazit: „Nach der Generalsanierung haben wir praktisch eine runderneuerte Schule.“

Auch die Unterrichtsbedingungen werden aus Cikaneks Sicht spürbar verbessert. Ein Beispiel: „In jedem Raum wird es künftig einen festinstallierten Rechner mit Beamer und Visualizer geben.“ Damit werde die Infrastruktur der BS II an die Anforderungen der Neuen Medien angepasst. „Das ist ein echter Fortschritt“, sagte Cikanek.

Zweckverband investiert 14,9 Millionen Euro in BS II

Ganz billig ist diese Generalsanierung mit Erweiterung der BS II nicht. Das unterstrich Landrat Josef Eppeneder. 14,9 Millionen Euro lässt sich der Zweckverband dieses Vorhaben insgesamt kosten. Auch wenn der Freistaat Fördermittel von 6,8 Millionen Euro beisteuerte, sei dies in Zeiten knapper Kassen ein Kraftakt. Zumal bekanntlich auch die Berufsschule I derzeit runderneuert wird. Beide Projekte zusammen kosten laut Eppeneder zwischen 95 und 100 Millionen Euro. „Das zeigt, dass Stadt und Landkreis die berufliche Bildung ernst nehmen“, sagte der Landrat. Das Geld sei indes gut angelegt. „Die Jugend ist schließlich unsere Zukunft. Und deswegen haben wir über die Parteigrenzen hinweg entschieden, unsere Schulen hinsichtlich ihres baulichen Zustandes auf Vordermann zu bringen.“ Nur so könnten die Berufsschulen im immer härteren Wettbewerb bestehen. Um die Zukunft ist Eppeneder nicht bange: „Unsere beruflichen Schulen werden ein Aushängeschild der Region Landshut sein.“

Von Johannes Viertlböck (Landshuter Zeitung)